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03.09.2015 15:58 Alter: 4 Jahre
Kategorie: Leserbriefe & Kommentare

Nein zur Fusion von Uznach und Schmerikon am 20. September

Fusionen sind seit Jahren das Thema. Es ist jedoch ein grosser Unterschied, ob es sich um eine wirtschaftliche Fusion von Firmen handelt oder um ein demokratisches Gebilde wie 2 Gemeinden. Ich bin der Meinung, dass die Autonomie einer Gemeinde, die über Jahrhunderte harmonisch gewachsen ist und sich bewährt hat, schon mal grundsätzlich geschützt werden muss. In eine demokratischen Gebilde ist es nicht ein Einzelner, der mit seiner Investition das Beste herausholen muss und will, sondern es müssen alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, sich in die Gestaltung des Gemeindelebens einbringen zu können. Man jammert zwar heute schnell einmal, dass die Leute Demokratiemüde seien und sich nicht für die Belange der Gemeinde interessieren. Wie sich aber gezeigt hat, sind die Bürger zur Stelle, wenn man sie echt mitentscheiden lässt.


Die politische Kultur in Schmerikon hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Der Gemeinderat hat es verstanden, die Bürger ins Spiel zu bringen, ihre Meinung einzuholen und ihnen diverse abschliessende Urteile ermöglicht. Mit einer Fusion wären diese wichtigen Errungenschaften in hohem Masse gefährdet.

Wenn heute gesagt werden kann, dass es keine Grenzen mehr gibt zwischen den beiden Gemeinden, zeigt sich doch gerade so, dass es auch mit einer beidseitigen Autonomie bestens funktioniert. Vermutlich wäre eine Verkehrslösung in einer fusionierten Gemeinde leichter zu realisieren. Allerdings nur auf Kosten von Schmerikon, der Autobahnanschluss befindet sich nämlich hier. Da wollen wir wenigstens eigenständig mitentscheiden können. Schon heute fahren viele Automobilisten völlig unnötig durch unser Dorf und meiden die 2-spurige Umfahrung. Uznach hat es zusammen mit den Gaster-Gemeinden seit Jahrzehnten nicht fertiggebracht, eine mehrheitsfähige Verkehrslösung zu finden. Mit den gegenwärtig zur Diskussion stehenden Varianten und dazu noch mit einem Ausbau des Vögele-Centers plant man jedoch erneut an der Bevölkerungsmehrheit vorbei.

Auch wenn die Finanzhilfen des Kantons grosszügiger ausgefallen wären, hätte eine Fusion abgelehnt werden müssen. Nur wegen etwas Geld geht man nicht leichtfertig mit einem so wichtigen Volksrecht um. Die unbestritten nötigen Einsparungen bei den verschiedenen Sparten müssen und können auf andern Wegen erreicht werden. Wie verschiedene Zusammenlegungen (Feuerwehr , Grundbuch- und Zivilstandsamt etc.) zeigen, lässt sich sehr vieles auf diesem Wege realisieren, ohne dass man die Entscheidung aus der Hand gibt. Die Gemeindepräsidenten und ihre Räte sind gefordert, ihr Gärtlidenken aufzugeben, die Möglichkeiten forciert zu prüfen und umzusetzen. Ganz generell muss die Region (z.B. mit nur einem Verwaltungszentrum) viel stärker in den Focus gestellt werden. Mehrere teure und überdimensionierte Verwaltungs- und Schulzentren etc. machen etwaige Einsparungen gleich wieder zunichte. Und erst recht, wenn Schulkinder noch unnötig hin und her transportiert werden müssten.

Schmerikon ist eine Gemeinde mit riesigem Potential. Wunderschön am Obersee gelegen, mit hervorragender Verkehrsanbindung und heute schon mit einer vielseitigen Infrastruktur. Natürlich ist nicht alles „Friede Freude Eierkuchen“ und es gibt noch viel zu tun. Zum Beispiel muss die Ortsgemeinde als grösster Landbesitzer stärker in die Belange der politischen Gemeinde eingebunden werden.

Die Schmerkner Stimmbürger sind aufgerufen, mit Liebe und Stolz ihrer Freiheit und dem schönen Dorf Sorge zu tragen, mit einem klaren Nein an der Urne.

Louis Freuler, Schmerikon



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